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 Krankheiten
wolfry Offline




Beiträge: 63

03.08.2007 12:57
RE: Syphilis - harter Schanker antworten

Syphilis, auch Lues, Lues venerea, harter Schanker oder Franzosenkrankheit genannt, ist eine ansteckende Geschlechtskrankheit, die von dem Bakterium Treponema pallidum verursacht wird. Syphilis wird bei sexuellen Handlungen durch Schleimhautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Während der Schwangerschaft und bei der Geburt kann eine erkrankte Mutter ihr Kind infizieren (Syphilis connata). Das Erscheinungsbild der Krankheit ist vielfältig. Typisch ist ein Beginn mit schmerzlosen Schleimhautgeschwüren und Lymphknotenschwellungen. Bei einem Teil der Infizierten kommt es zu einem chronischen Verlauf, der durch vielfältigen Haut- und Organbefall gekennzeichnet ist. Im Endstadium kommt es zur Zerstörung des zentralen Nervensystems. Die Diagnosestellung geschieht hauptsächlich durch den Nachweis von Antikörpern. Die Syphilis ist durch die Gabe von Antibiotika, unter anderem Penicillin, heilbar. Deren Erfindung führte zu einem deutlichen Rückgang der Syphilis im 20. Jahrhundert. Seit den 1990er Jahren ist jedoch wieder ein Anstieg der Erkrankungszahlen feststellbar. Der Nachweis einer aktiven Infektion ist nach Infektionsschutzgesetz ohne Nennung des Namens meldepflichtig.

Treponema pallidum subspecies pallidum ist ein gramnegatives Bakterium der Gattung Treponema in der Familie der Spirochaetaceae. Treponema pallidum ist spiralig gewunden. Im Dunkelfeldmikroskop, das auch zum Nachweis dient, zeigt es Rotationen um die Längsachse und Beugebewegungen, jedoch keine selbstständige Fortbewegung. Die Replikationszeit beträgt etwa 36 Stunden.

Der einzige Reservoirwirt ist der Mensch, für den es zwingend (obligat) krankheitserregend (pathogen) ist. T. pallidum überlebt außerhalb des Körpers nur kurze Zeit, reduzierte Sauerstoffkonzentration verlängert das Überleben (mikroaerophiles Bakterium). Eine in vitro-Kultur von Treponem pallidum ist nicht möglich, da es Nährstoffe aus dem menschlichen Organismus benötigt, die es nicht selbst produzieren kann. Lediglich in Kaninchenhoden gelingt eine Anzucht.

Neben Treponema pallidum umfasst die Gattung Treponema weitere für den Menschen pathogene (schädliche) Erreger: T. pallidum ssp. endemicum verursacht in Afrika und im mittleren Osten die endemische Krankheit Bejel, auch nichtvenerische oder extragenitale Syphilis genannt (s. u.). T. pallidum ssp. pertenue verursacht in Afrika, Asien und Lateinamerika die Frambösie, eine langwierige Infektionskrankheit, die mit Haut- und Knochenveränderungen (-manifestationen) einhergeht. Treponema carateum verursacht in Zentral- und Südamerika die Pinta. Diese ist eine Hauterkrankung mit rezidivierenden hyperpigmentierten Läsionen vorwiegend an Armen und Beinen, die narbig verheilen. T. vincentii kann im Rahmen einer Mischinfektion eine Plaut-Vincent-Angina verursachen.

Nichtpathogene Treponema-Arten sind T. denticola, T. minutum, T. refringens und T. phagedenis, die in der normalen Standortflora des Mundes, Verdauungstraktes sowie der Geschlechtsorgane zu finden sind. Bei einem mikroslopischen Erregernachweis können sie zu einer Verwechslung beitragen.


Treponema pallidum

Treponema pallidum wird fast ausschließlich über direkte sexuelle Kontakte übertragen. Es dringt dabei durch kleinste Läsionen der vaginalen, oralen oder analen Schleimhaut oder Haut in den Körper ein. Infektionen durch kontaminierte Akupunkturnadeln, Injektionskanülen oder Bluttransfusionen sind selten.

In den Stadien I und II treten allerdings Geschwüre bzw. Papeln auf, aus denen die Erreger in hoher Konzentration austreten; diese können gegf. auch zu einer Ansteckung ohne sexuellem Kontakt führen. Während die Syphilis in den Stadien I und II ansteckend bis hochansteckend ist, ist die Infektiosität in den höheren Stadien wesentlich geringer oder nicht mehr vorhanden.

Ein ungeborenes Kind (Fötus) wird durch den diaplazentaren Übertritt (Über die Plazenta) nach dem 4. Schwagerschaftsmonat angesteckt. In Deutschland werden durch die im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien vorgeschriebenen Untersuchungen nahezu alle unbehandelten Syphilisfälle bei Schwangeren entdeckt und die Übertragung verhindert.

Die in den letzten Jahren zunehmende Ansteckungsrate unter homosexuellen Männern ist auf Änderungen des sexuellen Risikoverhaltens zurückzuführen. Entscheidende Faktoren sind dabei ein zunehmender Verzicht auf Kondome und der Anstieg riskanter sexueller Kontakte mit wechselnden Partnern. Dazu kommen vermeintlich sichere Sexualpraktiken, die das HIV-Übertragungsrisiko senken (Oralverkehr ohne Ejakulation, oral-anale Kontakte), jedoch eine Übertragung bakterieller Erreger der Syphilis, Gonorrhoe und anderen weiter ermöglichen.

Primärstadium, Lues I

Harter Schanker an der Unterseite des Penis

Sekundärstadium, Lues II

Condylomata lata der Vulva

Tertiärstadium, Lues III

Moulage einer Syphilis gummosa

Wer alles leicht nimmt, wird viele Schwierigkeiten haben!!! :D

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